Ausstellung

„Wat bliev?“ (Was bleibt?)

24. Februar - 26. Mai 2019, Museum der Niederrheinischen Seele, Grevenbroich

„Das Otzenrather Kreuz“

„Das Otzenrather Kreuz“ besteht aus einer Anzahl alter Backbleche aus der Bäckerei Flesch. Jedes ist individuell gefüllt mit Mauerresten, Fliesen, Türklinken oder Scherben, die sich überwiegend aus Fundstücken vom elterlichen Hof, dem Otzenrather Friedhof sowie von anderen Abrisshäusern zusammensetzen. Für mich als Künstlerin steht das Kreuz für die Trauer der damaligen Bewohner, die durch „Gemeinnutz steht vor Eigennutz“ ein Stück ihrer Vergangenheit und auch Heimat verloren haben.

Heimat - Familie - Identität

Malerei, gestische Malerei, Collage, Objekt und Installation

ERÖFFNUNG

Sonntag, 24. Februar 2019 um 12.00 Uhr
» Einladung (PDF)

DAUER

Die Ausstellung läuft vom 24.02. bis 26.05.2019

ÖFFNUNGSZEITEN

Mi, Do, Sa und So von 11-17 Uhr
Fr 09-13 Uhr

EINTRITT

Der Eintritt ist frei

ORT

Museum der Niederrheinischen Seele - Villa Erckens
Am Stadtpark 1
41515 Grevenbroich

Begleitende Veranstaltungen:

Führung und Künstlergespräch

So, 31. März 2019 | 15 Uhr
So, 28. April 2019 | 15 Uhr
So, 19. Mai 2019 | 14 Uhr

Kunst und Kochwerk mit Peterseiselig

Di, 14. Mai 2019 | 19 Uhr

Meine letzte Ausstellung trug den Titel „Zukunft braucht Erinnerung“. Dieser bezog sich zum Einen auf meine Familiengeschichte, gilt im weiteren Sinne aber auch für die Region am linken Niederrhein, aus der ich komme, sowie für den 800 Jahre alten Ort Otzenrath, der wie so viele andere Orte dem Tagebau Garzweiler II 2007 zum Opfer fiel. Meine Kunst wird bestimmt durch „arme“ Materialien wie Reststücke, Übriggebliebenes, Bruchstückhaftes, die ich zu einem Gesamtkunstwerk wieder zusammenfüge. „Reich“ werden diese durch den Betrachter, der über die Gebrauchsspuren die gespeicherten Geschichten über Assoziation und Verknüpfung zu eigenem Erlebten herstellen kann. Diese Fragmente, Dinge, die für die Meisten nicht mehr von Wert sind, erhalten so eine neue Form und Bedeutung.

Aus der Serie „Die Hofbilder“.

Es begann mit den Restfarben des landwirtschaftlichen Betriebs meines Vaters. Lindgrüne Fassadenfarbe, rote und grüne Lackfarbe für Tore und Stalltüren, Rostschutzfarbe „Mennige“, Fußbodenfarbe in verschiedenen Brauntönen, grau und barrockgrüne Farben für Türen. Aus diesen Farbbeständen entstanden „Die Hofbilder“.

„Die zwölf Apostel“ (Ausschnitt).

Die Wandinstallation „Die zwölf Apostel“ besteht aus zwölf geschmiedeten Mauerhaken, die ich im Bauschutt nach der Explosion meines Elternhauses und in umliegenden Abrisshäusern fand. Die dazu gehörende Jesus Figur aus Gusseisen stammt von einem Grabstein aus dem Container, der von RWE Power bereitgestellt wurde, um übriggebliebene Grabsteine nach der Umbettung zu entsorgen. Der Titel erklärt sich aus dem persönlichen Bezug der Familie Schopen väterlicherseits, die über ihren Stammbaum seit 1675 evangelische Reformierte vorweisen kann. Auch Vater, Großvater und Urgroßvater waren über Kirchenämter eng mit der evangelischen Kirchengemeinde Otzenrath verbunden.

An diesen und vielen weiteren Beispielen meiner künstlerischen Arbeit wird deutlich, dass es sich um eine Reminiszenz an eine untergegangene Geschichts- und Kulturlandschaft handelt.
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